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Der Abschied von Sonny Rollins – Ein Tenorist der Legende

Sonny Rollins, der größte Tenorsaxofonist aller Zeiten, ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Sein Einfluss auf die Jazzmusik bleibt unvergessen.

Sophie Richter··2 Min. Lesezeit

In der Welt des Jazz gibt es viele Legenden, doch nur wenige können mit Sonny Rollins mithalten. Der schier unermüdliche Tenorsaxofonist hat mit seinem einzigartigen Stil und seinem musikalischen Ausdruck Generationen geprägt. Am 18. November 2023 verstarb Rollins im Alter von 95 Jahren, und sein Tod hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Aber auch die Diskussion über seinen Platz in der Jazzgeschichte wird mit seinem Verschwinden neu entfacht. Viele Mythen und Übertreibungen ranken sich um seine Person und seine Musik.

Mythos: Sonny Rollins war der einzige große Tenorsaxofonist.

Viele halten Rollins für den unumstrittenen König des Tenorsaxophons. Klar, er war ein Meister, aber das schließt nicht andere Größen wie John Coltrane oder Dexter Gordon aus. Jeder dieser Musiker brachte seinen eigenen Stil und seine eigene Stimme ins Spiel. Rollins war einzigartig, aber er war Teil eines larger-than-life-Jazz-Kollektivs, das von vielen Talenten geprägt war. Es lohnt sich, auch die anderen Stimmen zu hören, die den Jazz von heute geformt haben.

Mythos: Rollins zog sich aufgrund mangelnden Erfolgs vom Musikgeschäft zurück.

Nach einer Reihe von bemerkenswerten Alben und Auftritten in den 60er Jahren gab Rollins eine kreative Pause bekannt. Einige glauben, das sei ein Zeichen von Misserfolg oder Frustration. Tatsächlich war es eine bewusste Entscheidung, um neue Inspiration zu finden. Er war ja nie wirklich verschwunden; im Gegenteil, er nutzte die Zeit, um an seiner Musik zu arbeiten und sein Spiel zu verfeinern. Rollins hat bewiesen, dass man sich auch vom Ruhm zurückziehen kann, um sich selbst treu zu bleiben.

Mythos: Jazz ist nur für eine bestimmte Elite.

Einige denken, dass Jazzmusik nur für eine kleine Gruppe von Musikliebhabern zugänglich ist, die die Feinheiten des Genres verstehen. Rollins wiederum hat sich nie in einem Elfenbeinturm bewegt. Durch seine Musik wollte er jedem etwas geben – egal, ob Laie oder Experte. Seine Melodien und Improvisationen sprachen viele an und überbrückten Barrieren zwischen den Generationen. Jazz gehört allen, und Rollins hat einen großen Teil dazu beigetragen, ihn populär und zugänglich zu machen.

Mythos: Nur die Technik zählt.

In der Jazzwelt wird häufig über technische Fertigkeiten diskutiert, und viele empfinden, dass dies das Wichtigste sei. Rollins hat jedoch immer betont, dass Emotion und Ausdruck gleich wichtig sind. Während er ein virtuoser Spieler war, lag sein wahres Talent oft in der Fähigkeit, mit seinem Saxophon Geschichten zu erzählen. Wer seine Musik hört, spürt die Leidenschaft und die Emotionen, die er in jede Note gelegt hat. Das ist das, was seine Musik unsterblich macht.

Mythos: Rollins' Erbe ist allein an Preisen und Auszeichnungen messbar.

Natürlich hat Rollins zahlreiche Preise gewonnen, darunter mehrere Grammy Awards. Doch sein wahres Erbe lässt sich nicht nur an Trophäen festmachen. Sein Einfluss als Lehrer und Mentor für jüngere Musiker hat Generationen inspiriert. Außerdem hat er durch seine Musik kulturelle Brücken gebaut und Diskussionen über Rassismus und Identität angestoßen. Rollins hat die Musikszene nicht nur geprägt, sondern auch das Bewusstsein der Gesellschaft beeinflusst.

Sonny Rollins wird als einer der Größten in die Geschichte des Jazz eingehen. Sein Talent, seine Persönlichkeit und seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, werden uns immer in Erinnerung bleiben. Auch wenn er nun von uns gegangen ist, lebt seine Musik weiter und wird die nächsten Generationen von Musikern und Zuhörern inspirieren.